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  • AutorenbildThuy-Minh Dao

Back to the Roots

Unsere Herbstreise nach Vietnam liegt nun schon eine Weile zurück und wir atmen immer noch den Duft der Ferne ein.


Ninh Binh

Vietnam - Ninh Binh


Es war aufregend, emotional und unvergesslich!

Wir waren als Familie noch nie so weit gereist. Familienferien gab es natürlich schon öfters. Doch dies hier war mehr eine Reise als nur Ferien. Eine Familienreise zurück zu meinen und den Kindern ihren Wurzeln.


Ich bin die dritte Generation meiner Familie und weder meine Eltern noch ich sind in Vietnam geboren oder aufgewachsen. Wir hatten vorher noch nie die Gelegenheit dazu gehabt, Vietnam zu bereisen.


Meine Eltern sind in Laos zur Welt gekommen und haben sich erst hier in der Schweiz kennengelernt und zusammen hier ein Leben mit fünf Kindern aufgebaut. Ich vermute, wenn man meinen Papa nach seiner Nationalität fragt, würde er sagen, dass er Vietnamese sei und wenn man ihn fragt, wo seine Heimat ist, würde er wohl Laos nennen. Was sein Zuhause betrifft, wird er wohl die Schweiz nennen, wo seine Familie ist.


Darum staune ich sehr, wie tief unsere Wurzeln verankert sind, auch wenn wir vorher noch nie dort waren. Obwohl wir das Land und die Kultur sowie auch die Mentalität nur aus der Ferne kannten, fühlte es sich auf eine wundersame Weise vertraut und zeitgleich fremd an.


Was mich betrifft, staune ich schon nur wegen der Sprache. Vietnamesisch ist wie Schweizerdeutsch meine Muttersprache. Aber ganz ehrlich, es hätte auch laotisch sein können. Meine Eltern sind geboren und aufgewachsen in Laos. Ihre Sprache war automatisch laotisch, so wie meine Schweizerdeutsch ist. Allerdings kann ich kein Wort laotisch. Meine Grosseltern nennt man auch Viet-Lao, also Menschen mit vietnamesischer Herkunft, die sich in Laos niedergelassen haben. Meine Eltern haben immer vietnamesische Konversation mit uns geführt. Natürlich haben meine Eltern auch einen grossen Teil der vietnamesischen Kultur und Mentalität an uns weitergegeben und das, obwohl sie selber noch nie in Vietnam waren. Und so kam es, dass für mich die Reise nach Vietnam zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Eine völlig andere Welt zu erleben, andere Menschen um sich zu haben, andere Kulturen und Sitten kennenzulernen, alles fühlte sich vertraut an, obwohl vorher noch nie so hautnah erlebt. Zum ersten Mal dachte ich, bin ich in einem Land, wo mich von anderen optisch nichts unterscheidet. Bis der erste Einheimische mich "Viet Kieu" nannte, doch mehr dazu später.


In ein vorher unbekanntes Land zu reisen kennen wir doch alle. Dass Englisch als internationale Sprache gilt, ist auch klar. Ich fand es aber schon speziell, in ein Land zu reisen, wo Englischkenntnisse mir keine grosse Hilfe waren und ich wieder auf meine Muttersprache zurückgreifen musste, welche ich hier in der Schweiz immer seltener benutze. Zusätzlich war ich es nicht gewohnt, so was wie ein Reiseführer zu sein für meine Gang. Wir hatten das Gefühl, durch die Sprache konnten wir Vietnam richtig authentisch erleben und waren mittendrin im Geschehen. Es war immer von Vorteil, zu verstehen, was die Landsleute über uns redeten. Funfact: Mir wurden zwar viele asiatische Nationalitäten nachgesagt, doch nur selten nannte man Vietnam, also dachten die meisten, ich spreche und verstehe kein vietnamesisch.


Aber nun kommen wir zum interessanten Teil des Blog Beitrags. Gerne werde ich dir verraten, wie unsere Route ausgesehen hat, mit was für Verkehrsmitteln wir gereist sind, wo man das beste Banh Mi bekommt, welche Hotels und Unterkünfte wir empfehlen können und was du auf keinen Fall machen solltest in Vietnam. Los geht's.


Don'ts in Vietnam

Andere Länder, andere Sitten und ich finde, zum Reisen gehört Offenheit für andere Kulturen und den respektvollen Umgang damit, dazu. Starten wir mit ein paar Basic Regeln, damit du weisst, was in Vietnam nicht gern gesehen wird.


Vietnam ist gar nicht so unmodern wie ich dachte. Trotzdem wird zu offenherzige Kleidung, insbesondere in Tempeln, als respektlos betrachtet. Sie haben enorm viel schöne Tempel zu besichtigen und alle Kleidungsstücke, die nicht bis über die Knie reichen, gehen nicht und werden nicht geduldet. Manche Orte haben vor dem Eingang einen Überrock für Touristen, den man ausleihen darf.


Da Nang - Linh Ung Pagode

Da Nang - Linh Ung Pagode


Schuhe ausziehen bevor man ein Haus oder Tempel betritt gehört auch dazu. Das zeigt Respekt und hält den Boden sauber, da die Menschen in Vietnam sehr viel am Boden sitzen, spielen, essen oder auch schlafen.


Geteilte Freude ist doppelte Freude. Beim Essen wird geteilt. Die meisten vietnamesischen Gerichte kommen in einer Schüssel oder einem Teller auf den Tisch und werden mit allen geteilt. Nur die Reisschüssel gehört dir. Auf jeden Fall solltest du deine Essstäbchen niemals senkrecht ins Reisschälchen stecken, das wird als anstössig empfunden und erinnert an Räucherstäbchen bei Trauerzeremonien. Zeige auch nicht mit den Stäbchen auf Leute. Wenn die Stäbchen gerade nicht gebraucht werden, lege sie senkrecht neben dein Schälchen.


Vietnam Food


Wir leben in einer Zeit mit Social Media. Auch ich habe sehr viele Fotos und Videos gedreht und das Land ist was dies betrifft auch sehr im Trend, doch ich habe immer stets um Erlaubnis gefragt, ob ich ein Foto schiessen oder einen Film drehen darf.


Es ist natürlich auch von Vorteil, wenn du ein paar einfache vietnamesische Wörter und Sätze lernst. Das zeigt dein Interesse an Land und Kultur. Die Vietnamesen schätzen diese Art des Respekts sehr.


Travel light

Der Flug dauert lange. Es lässt sich besser reisen in bequemer Kleidung und Schuhen. Wir haben nicht sehr viel Kleidung mitgenommen und dies hat sich bewährt. An den meisten Orten konnten wir ganz easy eine Wäscherei finden, die zu Kilo-Preisen deine Kleidung sauber wäscht und trocknet. Wir konnten es meistens am nächsten Tag wieder abholen. Es geht also schnell. Oder wenn wir nur kleine Sachen hatten, haben wir mit bluu von Hand gewaschen, geht super rasch.


Cash only

Bargeld ist ein Muss in Vietnam. Kreditkarten funktionieren wirklich nur an Touristenorten, grossen Einkaufszentren, Restaurants und Hotels. Wir waren in den ersten 3 Nächten in einem sehr schicken und modernen Hotel und trotzdem gab es Startschwierigkeiten mit meiner Kreditkarte und ich hatte nicht genug Bargeld bei mir und konnte im Hotel auch nichts abheben mit der Karte. Melde dich vor Abreise daher unbedingt bei deiner Kreditkartenfirma, damit diese den Vietnam-Aufenthalt vermerken kann. Bei der HSBC Bank konnte ich dann problemlos Bargeld beziehen. Für Streetfood, Bus, Märkte und kleine Local Shops wird Bargeld benötigt. 


Wie man von A nach B kommt

Der Verkehr in Vietnam ist Chaos pur. Doch Chaos mit System und die Regeln sind einfach. Das grösste Fahrzeug hat Vortritt. Bleib in Bewegung und berechenbar für andere. Bleib nicht einfach plötzlich stehen und auf keinen Fall solltest du schnell über die Strasse rennen. Am besten gehst du ganz gelassen über die Strasse und lässt Busse und Autos erst passieren, die Roller werden dir einfach ausweichen. Du kannst zusätzlich auch noch einen Arm hoch in die Luft halten für mehr Sichtbarkeit, um die Strasse zu überqueren. Lass dich nicht verwirren von den Verkehrsampeln, die haben da eine leicht andere Bedeutung als hier in Europa. Grün = I can go, Gelb = I can go und rot = I still can go. Also warte nicht bis jemand anhaltet und dich durchlässt, das wird nie passieren.


Hanoi by Night

Hanoi by Night


In den Grossstädten würde ich persönlich nicht Velo fahren oder einen Roller mieten. Aber ich bin auch ein kleiner Angsthase, wer gut Roller fahren kann und sich in diesem Verkehr zurecht findet, sollte es unbedingt ausprobieren. Auf jeden Fall ein Erlebnis für sich und Adrenalinschübe sind garantiert. Einen Roller kann man zudem fast überall mieten. 


Busfahren finde ich super. Man lernt die Landsleute kennen und erlebt Vietnam hautnah und authentisch, zudem ist es super günstig, eine Busfahrt kostet ca. 30 Rappen. Einen richtigen Fahrplan haben sie nicht. Die Busse kommen aber in regelmässigen Abständen und mit Google Maps kommt man gut zurecht. Winke dem Busfahrer zu, wenn du einsteigen möchtest. Das Bus Ticket löst du im Bus und hier geht nur Bargeld. Sag es dem Busfahrer wenn du aussteigen willst. Und sei schnell, meistens halten sie nicht wirklich an, sie reduzieren nur das Tempo, damit du ein- und aussteigen kannst. 


Bus in Vietnam

Busfahrt in Hanoi


Wir haben auch sehr viel Grab bestellt. Dazu musst du dir die App herunterladen. Grab ist eigentlich Uber in Asien. Die Preise sind klar definiert, Buchungen laufen über die App. Es ist echt unkompliziert und günstiger als Taxis. Taxiunternehmen verlangen auch gerne mal mehr, wenn sie merken, dass du Tourist bist und die meisten sprechen nicht wirklich Englisch, mit Grab kannst du deine Route eingeben und der Fahrer ist informiert darüber. So kommst du sehr unkompliziert von A nach B.


Zugfahren ist auch ein Highlight. Wir sind von Da Nang nach Hue mit dem Zug gereist. Ich habe vorgesorgt und Essen für unterwegs gekauft, doch das war gar nicht nötig. Es gab genug Essensangebote im Zug. Ich habe leider keine gute Online Seite gefunden, um mir die Tickets zu bestellen. Das war mir irgendwie zu kompliziert. Also ging ich ganz Oldschool einen Tag vorher zum Bahnhof und fragte nach den Verbindungen und habe die Tickets vor Ort gekauft. Anders als bei den Bussen, haben die Züge einen Fahrplan und sind ziemlich pünktlich.


Wir hatten nur 3.5 Wochen Zeit und das Land ist riesig. Gestartet waren wir in Ho Chi Minh City und reisten immer weiter nach Norden. Ja, unser ökologischer Fussabdruck hat sehr gelitten mit dieser Reise. Inland-Flüge sind günstig und zeitsparend. Und Zeit hatten wir nicht allzu viel, also hatten wir manchmal den zeitsparenden Weg gewählt, um alle Destinationen zu erreichen. 


Food & Kaffee

Kaffee und Essen gibt es überall. Man muss keine 200 Meter gehen und überall bekommt man richtig gutes und günstiges Essen. Reichhaltigkeit, gesunde Zutaten und Geschmacksexplosionen sind garantiert. Für Vegetarier und Veganer haben die Vietnamesen auch eine sehr grosse Auswahl. Vietnam ist für Kaffee Liebhaber ein Paradies. Vergiss den Latte Macchiato oder den Dirty Chai. Hier bekommst du nebst dem Klassiker Vietnamese Coffee, auch Cà Phê Muối = Salted Coffee, cà phê dừa = Coconut Coffee, Avocado Coffee oder auch den Durian Coffee oder den berühmten Egg Coffee. Und keine Angst. Für alle, die Tee bevorzugen, gibt es eine grosse Auswahl an fancy Tees und erfrischenden Getränken. Kleine und wunderbare Kaffee Lokale haben wir einige entdeckt aber die kleinen auf der Strasse sind genauso gut, günstiger und du kannst das Street-Geschehen von Vietnam beobachten, da kommt man nicht mehr aus dem Staunen.


Kaffee & Drinks


Hier liste ich dir gerne mal ein paar Empfehlungen auf. Gemütliche Coffee Shops, leckere Restaurants, gute Hotels und tolle Sehenswürdigkeiten.


The Seat Coffee in Ho Chi Minh City, ein kleiner hübscher Coffeeshop ziemlich ausserhalb des Touristenzentrums. Der Kaffee schmeckt ausgezeichnet und der Laden ist sehr cool und saisonal eingerichtet. Wir waren zum Mid-Autumn Festival da.


Salted Coffee

Ho Chi Minh City - The Seat Coffee


Still Cafe in Đà Lạt, ein kleines, schattiges Kaffee im japanischen Stil. Wer also «mein Nachbar Totoro» mag, muss da unbedingt mal hin. Essen kann man da auch sehr gut. Ein kleiner Snack für Zwischendurch oder etwas Süsses aus der Hausbäckerei mit super erfrischenden Drinks.


Snacks

Totoro

Đà Lạt - Still Cafe


Ben Nghe Street Food Market in Ho Chi Minh. Dieser Street Food Market ist eher modern und für Touristen gedacht. Es ist lecker, sauber und ein wenig teurer als der richtige Streetfood bei den Locals. 


Ho Chi Minh City - Ben Nghe Street Food Market

Ho Chi Minh City - Ben Nghe Street Food Market


Bei Madame Khành - The Bành Mi Queen in Hội An bekommst du das beste Bành Mi überhaupt. Wir alle hatten noch nie so leckeres Bành Mi gegessen. Es war ein Traum und die Stadt Hội An mit ihren tausenden von leuchtenden Laternen am Wasser ist super sehenswert. 


Banh Mi

Banh Mi Hoi An

Laternen in Hoi An

Hội An


In Hội An haben wir im Delicacy Hotel & Spa übernachtet. Auf der ganzen Reise war es das beste Hotel unter all den anderen. Sauber, bequem und der Service war erste Klasse. Das Personal ist uns echt ans Herz gewachsen. Eine Aufmerksamkeit wie diese habe ich wirklich noch nie erlebt. Bist du also mal in Hội An, kann ich dir das Delicacy Hotel wärmstens empfehlen. Mit dem Velo, das wir gratis vom Hotel benutzen durften, konnten wir das Stadtzentrum in weniger als 10 Minuten erreichen. 


Hội An - Delicacy Hotel & Spa

Hội An - Delicacy Hotel & Spa


In Hội An lässt es sich sehr gut Velo fahren. Die Stadt ist kleiner und alles ist überschaubarer. Wir haben da auch eine Velo Tour unternommen bei Heaven & Earth Bicycle Tours. Die Velo Tour ist auf dem Land. Wir haben so viel gesehen, gelernt und interessante Menschen kennengelernt. Ein Familien-Erlebnis, das wir garantiert nie mehr vergessen. 


Velo Tour in Hoi An


Ich bin mir nicht sicher ob sie hier wirklich das beste Bun Cha servieren. Doch im Bun Cha Huong Lien hat Barack Obama 2016 gegessen und seither ist es ein Must Try in Hanoi. Wir waren da, um mitreden zu können. 


Bun Cha

Bun Cha Huong Lien

Bun Cha Huong Lien


Der berühmte Egg Coffee wurde in Hanoi erfunden vom Café Giàng , einem sehr authentischen Vietnamese Café. Man läuft da durch einen Wohngang um nach oben zum Café zu gelangen. Das Café ist nicht sonderlich schön oder gemütlich. Doch man bekommt den originalen Egg Coffee und ja, Egg Coffee klingt aussergewöhnlich aber der ist unglaublich lecker und creamy.


Egg coffee


Sehenswürdigkeiten und wunderbare Landschaften hat Vietnam unendlich viele zu bieten. Wir haben das meiste gemacht, was Touristen so machen. So haben wir das Postoffice in Ho Chi Minh besucht und dort Karten an Freunde und Familie verschickt, schlenderten über den Night Market in Đà Lạt und genossen die Städte Ho Chi Minh City, Hue, Hội An, Da Nang und Hanoi. Die Zitadelle von Huế durfte da auch nicht fehlen. Durch Phố đi bộ konnten wir in den Grossstädten flanieren. Am Phố đi bộ sperren sie einen Teil der Stadt für Autos und Roller ab, meistens am Wochenende wird so ein Teil der Stadt nur für Fussgänger zugänglich gemacht. Das ist immer ein grosses Fest mit vielen Food- und Marktständen mit handgemachten Souvenirs, Musik und Unterhaltung für die ganze Familie und das jedes Wochenende. Die Vietnamesen wissen wie man feiert. Absolut sehenswert.


Hanoi

Hanoi - St. Joseph's Cathedral


Huế - Zitadelle

Huế - Zitadelle


Ho Chi Minh City - Central Post Office

Ho Chi Minh City - Central Post Office


Hue

Der Hip Bag hat mich während der ganzen Reise begleitet. Ein super praktisches Accessoire.


Einen kleinen Einblick zu unserer Reise habe ich auf Instagram in den Highlights gespeichert. Schaue gern mal rein unter Vietnam 2023.


Wir haben uns echt treiben und das meiste einfach geschehen lassen. Wir hatten unsere Route geplant, die ersten Nächte gebucht und ein paar Sachen von Zuhause aus gebucht doch das meiste haben wir uns offengelassen und sind spontan geblieben. Wir hatten sehr viel zu Fuss gemacht, um möglichst viel von den Strassen zu sehen und zu erleben. Viel Streetfood gegessen, so wie man es eben in solchen Länder macht. Die Auswahl ist riesig. Wenn wir etwas nicht wussten, haben wir die Leute gefragt. Die Vietnamesen sind sehr nett und hilfsbereit. Sie vertreten die Mentalität « leben und leben lassen». Sie geben so gerne ihre Meinungen ab, auch die unerwünschten, aber sie lassen dich tun und machen was du willst. Vietnam ist sehr sicher zum reisen, sogar alleine als Frau hätte ich keine Bedenken.


Streetfood Da Lat

Coffee to go

Streetfood

Hanoi Streetfood

Hanoi - Streetfood


Natürlich gibt es auch Schattenseiten an Vietnam. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze kann sehr anstrengend sein, je nach Region und Jahreszeit. Wie in den meisten ärmeren Ländern hat auch Vietnam ein Abfallproblem. Die Strassen sind alles andere als sauber. Englisch wird dir nicht sonderlich viel bringen, da nur wenige dort Englisch sprechen. Aber man kommt durch, fragt meine Jungs. Und es ist eine Reise wert. Das Land bietet so viel Kultur und Vielfalt. 


Ho Chi Minh City

Ho Chi Minh City


Für uns persönlich war es nochmals mehr als eine gewöhnliche Reise. Diese Reise hat so einiges in mir bewegt und ich denke auch bei meinen Kindern. Als Kind habe ich mich oft gefragt, wie es wohl wäre, in dem Land aufzuwachsen, wo meine Vorfahren ursprünglich herkamen. Wie es wohl wäre, wenn ich beim Vorstellen neuer Bekanntschaften nicht 2 bis 3 mal meinen Vornamen wiederholen müsste. Als Kind hat mich das super gestresst. Vor allem, wenn ein neues Schuljahr angefangen hat und am ersten Tag alle Kinder im Kreis hockten und sich kurz vorstellen mussten. Und jedes Mal, ausnahmslos jedes Jahr, musste ich meinen Namen mehrmals wiederholen. Als Kind wollte ich auch nicht auffallen. Am liebsten wollte ich einfach so sein wie alle anderen. Ich malte mir aus, das wäre so in Vietnam, bis ich eben das Wort "Viet Kieu"zu hören bekam. Das Wort bezeichnet Vietnamesen, die im Ausland leben, in den Augen der Vietnamesen, eben keine "richtigen Vietnamesen".


Zuerst einmal dachten die Leute alles Mögliche woher ich komme. China, Korea, Philippinen, Thailand, nur selten, äusserst selten, dachte man in diesen 3.5 Wochen, dass ich Vietnamesin bin. Es gab sogar eine Frau, die sagte mir, alles an mir wäre ausländisch. Und da musste ich schmunzeln. Und dachte; wie absurd. Ich wollte, abgesehen von der wunderbaren Naturlandschaft und kulinarischen Vielfalt, Vietnam unbedingt sehen, weil ich wissen wollte, wie es sich anfühlt "gleich" zu sein. 


Da Nang

Da Nang - Linh Ung Pagode


Und dieser Blog Beitrag wird hier nicht in einer ethnischen Diskussion enden oder so. Es ist nur diese Kindheitsneugier, die schlummerte schon so lange in mir, dass ich dem unbedingt auf die Spur gehen wollte, wenn sich die Gelegenheit schon ergibt. Es war für mich selbst schon immer schwierig, die Frage zu beantworten, wo meine Heimat liegt oder woher ich komme. Bin ich nun Schweizerin? Schliesslich bin ich hier zur Welt gekommen und aufgewachsen, es ist mein Zuhause. Nur mein Aussehen, wie auch mein Name, lassen offensichtlich Fragen offen, woher ich wirklich komme. Es sind die Wurzeln und der Name einer Vietnamesin. Doch ich trage sowohl die Schweizer Kultur und Mentalität, wie auch die vietnamesische in mir. Es hat sich herausgestellt, dass ich zu wenig Vietnamesin für Vietnam und für die Schweiz wohl zu wenig Schweizerin bin. Doch was mich als Kind damals stresste, macht mich heute stolz. Ich bin froh, beide Kulturen zu leben und in mir vereint zu wissen. Es braucht mehr als nur ein Land, um es mein Zuhause zu nennen. Und egal wo wir uns gerade befinden oder woher wir auch stammen, wir stehen alle unter der gleichen Sonne, von daher konnte ich während dieser Reise echt viel sehen und lernen. 


Es ist ein Land, das wir definitiv wieder besuchen werden. Das Land ist so riesig, wir haben noch lange nicht alles gesehen und schwärmen noch jetzt davon und träumen schon von der nächsten Reise. Nun heisst es fleissig sparen für die nächste Vietnamreise.



Da Lat

Đà Lạt














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